Impulse zu "Auf DEM Weg - Setup your Soul"

Ziemlich zur Lebensmitte hin, ein paar Jahre auf und ab tun nichts zur Sache, bemerkte ich wie mich das Leben von einer natürlichen Antriebsfreude abzuschnüren begann. Ich war leer, und konnte nicht erkennen, wozu ich mir das tägliche "funktionieren müssen" antat. Lustlos, antriebslos, frustriert umgeben von den "Gute Laune Menschen" kam mir jeder Tag wie eine Ewigkeit vor, mein Leben glich einem Tanzbären in einem unsichtbaren Gefängnis. Ich verlor die Balance im Leben, es gab nur noch Schwankungen zwischen Hoch und Tief, und ich beneidete Kollegen oder Mitmenschen die irgendeine ominöse Ladestation in sich trugen, um den Herausforderungen des Alltags gewachsen zu sein. Ich wurde mein Gefühl nicht los, irgendwann mit Abschluss der Jugend so gar nicht freiwillig auf eine Eisscholle geraten zu sein mit der ich nun in Richtung Süden zu treiben begann. Sanft aber beständig schmolz DAS, was mich bis dahin über Wasser hielt, unter mir weg. Eine Vorahnung auf einen bevorstehenden Untergang lähmte mich in meinem Antrieb.

Was ich nicht wusste war, dass in dieser Eisscholle ein Rettungsboot mit eingefroren war, und als sich das Eis im warmen Wasser aufzulösen begann, kam dieses Einmannboot überraschend zum Vorschein. Da saß ich nun ALLEIN und ORIENTIERUNGSLOS auf offener weiter See im unendlich anmutenden Ozean treibend, und in dieser Leere tauchte eine Frage auf:

Ist es dem Menschen gegeben, zu wissen, WOHER er kommt, WOHIN er geht, und was in der Spanne zwischen KOMMEN und GEHEN, der SINN seines Erscheinens ist?

Diese Frage war wie ein Mahlstein der immer wieder im Kreis lief und seine Arbeit tat und da begriff ich, die Seele wollte mehr, sie suchte nach Wissen wer und was sie ist, sie forderte vehement und unmissverständlich ihr Recht zur SELBSTERKENNTNIS ein. Es ging mit einem Schlag das Leben als "Goldfisch" im Wasserglas zu Ende und ich spürte seit sehr langer Zeit wieder, einen positiven frischen Wind. Die Seele bekam endlich die nötige Aufmerksamkeit.

Dieser neue Lebensabschnitt wurde durch ein Upgrade oder wie ich es nun nenne: SETUP your Soul eingeleitet. Dieses Setup induziert durch die Seele ist keine Methode, es ist kein Novum und keine Innovation, sondern es bedeutet "wissen WOLLEN" ausgedrückt mit einem geläufigen Programmierausdruck, nicht mehr. Ich wurde ein Explorer (Forschungsreisender) der ein Setup als Starthilfe bekam. Es ist nichts weiter als ein weiteres Konzept unter tausend Anderen. Ein Setup für die Seele zu wollen bedeutete für mich nach dem Wissen der uneingeschränkten Existenz zu suchen. Materie - Raum und Zeit, so stellte sich heraus, sind eine Illusion - es existiert nur die Gegenwart und folglich ist alles WISSEN immer gegenwärtig existent und abrufbar und nicht irgendwann in einer fernen Zukunft zu finden. Aber wie sollte sich ein solch verdecktes Wissen entdecken lassen?

Ich wollte zu diesem Wissen oder dieses Wissen wollte zu mir, ich weiß es nicht mehr. Sich in das Wissen zu verlieben (Philo/Weisheit/sophie/Liebe) war wunderbar. Und Wissen bedeutete, wissen zu wollen - "Wer bin ich?". Es wurde diese Frage zur 1. Programmzeile - also zur Basis. Es folgten einfache Programmierschritte ähnlich einem Vorgang beim Erstellen eines Computerprogrammes; Wünsche und Sehnsüchte wurden immer und immer wieder neu und immer konkreter formuliert - sie laut auszusprechen und privat niederzuschreiben war ein vollkommen logischer Arbeitsschritt. Dieser Prozess glich irgendwie dem Ablauf eines "Setups" - was sich vollzog war ein "Setup für die Seele".

Mit fortschreitendem "Wissen-Wollen" (Wissbegier) begann ein Wegfall konventioneller Denkprogramme, ein Auflösen trivialer Verhaltensmuster, die Ablehnung von allerlei Festlichkeiten oder Unterhaltungen abseits dieser Thematik. Die chronologische Zeit wurde sehr kostbar, ein Quellstudium quer durch allerlei Literatur kam hinzu. Die Suche rückte in den Mittelpunkt meines Lebens, die Seele jubelte, und irgendwann, so dachte ich mir, wird es zu einer Begegnung kommen, irgendwann werde ich am Ziel meines Verlangens stehen. Aber wer wird wem gegenüberstehen?

Eine eingrenzende SUBJEKTIVITÄT (die Vorstellung von mir selbst) versperrte mir als entschlossenem Suchenden zwar anfänglich den Blick auf das UNPERSÖNLICHE ESSENTIELLE, doch allmählich begann sich ein Nebel oder eine blockierende Trance zu lösen, um das UNSICHTBARE sichtbar werden zu lassen. In allerlei altertümlichen oder auch neuzeitigen Überlieferungen sei es Prophetisches, Biblisches oder Mystisches taucht so etwas wie die GOTTESSUCHE auf, und ich war mitten in diesen Vorgang hineingeraten.

Der Mensch wird zum Sucher nach Gott nach SEINEM URSPRUNG. Er sucht das Unsichtbare, das Unantastbare, das Unriechbare, das Unschmeckbare, das Unhörbare vor allem aber das Ende seiner unterdrückten verleugnenden verdrängenden Angst vor der eigenen Sterblichkeit.

Auf DEM Weg - Setup your Soul

In einer reinen Stille fand - ohne die Situation verstehen zu können, ein Stillstand im Beurteilen statt - völlig überraschend - nichts ahnend - dämmerte der "Sinn des Da-Seins" oder "So-Seins" aus der Tiefe des Geistes herauf an die Oberfläche des Verstandes, und wie ein Wahnwitz führte mich das unmittelbar zurück zum Anfang der Suche. Ein Kreislauf hatte sich geschlossen. "Ich" - der Suchende - der der nach all dem Wissen verlangte - war nicht mehr auf meine Form und Eigenschaften hin einzugrenzen, was geschah war kein herkömmliches RESET (Zurücksetzen) zum Ausgangspunkt, sondern ein Auflösen des hektischen Suchens aus Sicht des Suchenden. Der SUCHENDE und das GESUCHTE wurden in einem Moment des Erkennens zu EIN und DEMSELBEN. Zurück blieb die etwas verwirrte Erkenntnis, dass der Suchende ein Teil der Suche war, der bei der Suche nach sich selbst zur Auflösung gelangte. Für jemand der sich mit dieser Thematik noch nicht befasst hat, kann das hier Beschriebene unmöglich verständlich sein, denn unser Geist sieht sich als selbstständig agierende - nach freiem Willen handelnde Person - und definiert sich selbst mittels allerlei Eigenschaften; es kann das UNPERSÖNLICHE nicht zeitgleich erfasst werden. Bei meiner Suche hat sich irgendetwas im Hintergrund vollzogen und umgewandelt, was es genau war konnte ich anfänglich selbst nicht verstehen. Freudig jedoch bemerkte ich, dass die Intensität der Suche verbrannt ist, und ein neues Gefühl der Unverletzbarkeit und der Schuldlosigkeit aufgetaucht war; das alte "Ich" war von den einstigen Grenzen gelöst und das neue ICH machte sich um nichts dergleichen mehr Gedanken.

In der zeitlosen Erinnerung außerhalb von Raum und Zeit existiert das immer gegenwärtige Wissen der Existenz, und das ist wohl der sogenannte Himmel. Es ist ein zeitloses Gewahrsein des Seins oder die Existenz an sich. Der Träumer und das Geträumte, oder die Erscheinung Mensch und der ewige Geist der die Erscheinung Mensch hervorbringt, sind ALLES EINS.

Die intime Aufforderung einem "Setup der Seele!" nicht mehr davonzulaufen, ist in diesem Kontext hier ein schicksalhafter Weckruf gewesen. Als ich das zu realisieren begann, war ich bereits "Auf DEM Weg".

D. Schmidt

office@setup-your-soul.at